Ökologische Aufwertung einer Teichanlage für Amphibien und Libellen
22. Januar 2026
Ende des Jahres 2025 konnten die Arbeiten zur naturnahen Umgestaltung einer Teichanlage bei Eversen fertiggestellt werden. Ziel der Maßnahme war es, die Lebensbedingungen für wassergebundene Arten wie Amphibien und Libellen nachhaltig zu verbessern.
Die nun aufgewertete Teichanlage ist nicht natürlich entstanden, sondern wurde durch Menschenhand erschaffen. Zuerst dienten die Teiche zur Nasslagerung von Holz. Später erfolgte eine Nutzung als Fischteiche. Bedingt durch die Nutzungsabsichten wurden die Teiche ursprünglich nicht unter naturschutzfachlichen Aspekten gestaltet.
Da die Teiche in der jüngeren Vergangenheit keiner direkten Nutzung mehr unterlagen, hat uns der Eigentümer dankenswerterweise die Umgestaltung der Teichanlage ermöglicht.
An mehreren Gewässern wurden die hoch gewachsenen Gehölze entfernt, sodass die Teiche nun stärker besonnt sind und kein Laub mehr eingetragen wird. Viele Amphibien- und Libellenarten präferieren nämlich eher gut besonnte Gewässer. Der Gehölzschnitt wurde zum Teil direkt vor Ort weitergenutzt, indem dieser zu Reptilienhabitaten aufgeschichtet wurde.
Kernstück der Maßnahme war dann die Entschlammung und Uferneumodellierung eines Teiches. Durch die Entschlammung wurden dem Gewässer Nährstoffe entzogen.
Und die naturnahe Gestaltung eines flach auslaufenden, variablen Ufers hat die Lebensraumbedingungen verbessert.
Als Grundlage für die Maßnahmenplanung wurden im Sommer 2025 verschiedene Untersuchungen an den Gewässern durchgeführt. Wir haben hierzu bereits in dem Newsbeitrag „Ein Sommer voller Artenerfassungen“ im September 2025 berichtet. Im Rahmen unserer Erfassungen an den Teichen wurde die Amphibienfauna unter die Lupe genommen. Hierbei konnten u.a. Teichmolche (Lissotritonvulgaris) und Bergmolche (Ichthyosaura alpestris) nachgewiesen werden. Bei weiteren Untersuchungen wurden wir kräftig vom Anglerverband Niedersachsen (AVN) unterstützt. Mit spezieller Elektro-Befischungstechnik wurde so der Fischbestand untersucht. Erfreulich war dabei der Fund des stark gefährdeten Schlammpeitzgers (Misgurnus fossilis). Aufbauend auf diesen Erkenntnissen haben wir die Umgestaltung der Teiche geplant. Neben der Entwicklung der Teichanlage war es uns wichtig vorhandene Besonderheiten wie den Schlammpeitzger dort zu erhalten und langfristig zu sichern. Die Untersuchungen stellen außerdem eine wichtige Basis für die Beurteilung des Erfolgs der Maßnahme dar. Wir werden dementsprechend in den nächsten Jahren die Untersuchungen wiederholen und mit unseren Daten von vor der Teichumgestaltung vergleichen.