9. September 2025

Dass es hier in den letzten Monaten etwas still war, lag daran, dass wir sehr viel in unseren Betreuungsgebieten unterwegs waren. Im Frühjahr und Sommer stehen viele Erhebungen von Arten-Daten an. Diese dienen dazu, den Erfolg von vergangenen Maßnahmen zu kontrollieren, beziehungsweise für zukünftige Maßnahmen einen Überblick über den jetzigen Zustand vor Ort zu bekommen.

So haben wir in ehemaligen Fischteichen im Landkreis Celle gemeinsam mit dem Anglerverband Niedersachsen eine Bestandsaufnahme der dortigen Amphibien und Fische durchgeführt, da wir planen, diese Teiche ökologisch aufzuwerten. Die erfassten Daten helfen uns, die Maßnahme gezielter zu planen. Einige der Teiche werden nun für den dort erfreulicherweise gefundenen Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) erhalten bleiben. Andere werden als Lebensraum für Amphibien und Libellen optimiert.

Einer der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis), welche wir erfreulicherweise in den alten Fischteichen nachweisen konnten.

An verschiedenen Stellen unserer Gebietskulisse haben wir Pflanzenarten und Biotoptypen erfasst, um eine Grundlage für Maßnahmenplanungen zu haben.

Der Betäubende Kälberkropf (Chaerophyllum temulum) wächst an nährstoffreichen Wiesenrändern. Sein Name kommt von seiner Giftigkeit, die bei Tieren, die große Menge davon fressen, zu Lähmungen führen kann.

Durch eine Brutvogelerfassung auf dem Grünland im NSG „Allerdreckwiesen“ können wir den Erfolg des dort von 2017-2022 vom NLWKN durchgeführten „Wiesenzeiten“-Projekts langfristig weiter im Auge behalten und so abschätzen, ob dort eventuell Nachbesserungen nötig sind. In dem Projekt ging es um die Erhaltung und Entwicklung von artenreichem Grünland als schutzwürdigen Bestandteil der niedersächsischen Kulturlandschaft. Wiesenvögel sind hier ein wichtiger wertbestimmender Faktor des Grünlands.

Um die Vögel im ganzen Gebiet zu erfassen, mussten wir uns auch abseits von Wegen durch die Wiesen kämpfen.

Ein männliches Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) auf einer Sitzwarte (hier ein Zaunpfahl), welche es zur Jagd oder als Bühne für seinen Gesang nutzt. Schwarzkehlchen brüten auf dem Boden von Wiesen und sind somit auf intaktes Grünland angewiesen.

Außerdem haben wir in diesem Jahr umfangreiche Erfassungen von Libellenarten durchgeführt. Bei einer dieser Erfassungen ging es um das Vorkommen der Grünen Mosaikjungfer (Aeshna viridis). Dies ist eine stark spezialisierte und selten gewordene Art, die eng an die Krebsschere (Stratiotes aloides) gebunden ist und nur in Gewässern vorkommt, in welchen auch diese Wasserpflanze auftritt. Es gibt noch vereinzelte isolierte Vorkommen entlang größerer Fließgewässer, wie beispielsweise der Aller. Wir wollen zukünftig versuchen, diese Populationen durch die Schaffung von weiteren geeigneten Gewässern zu verbinden. Dafür ist ein Überblick über die vorhandenen Populationen und geeigneten Gewässern wichtig.

Eine Grüne Mosaikjungfer (Aeshna viridis) bei der Eiablage an der Krebsschere (Stratiotes aloides).

In anderen Gebieten, wie z.B. der Fahlen Heide im LK Gifhorn oder dem Bruchbach im LK Celle, planen wir die ökologische Aufwertung von Still- und Fließgewässern. Durch die Erfassung der dortigen Libellenarten erhalten wir einen Ist-Zustand, mit dem wir nach der Umsetzung von Maßnahmen, deren Erfolg kontrollieren können.

Eine sogenannte Exuvie ist die Haut, welche Libellenlarven ablegen, wenn sie ans Ufer kommen. Daraus „schlüpft“ dann die erwachsene Libelle. Anhand von solchen Exuvien am Ufer von Gewässern können Libellenarten nachgewiesen werden, welche dieses Gewässer zu ihrer Fortpflanzung nutzen.

Eine frisch geschlüpfte Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis). Nach dem Schlupf braucht die Libelle etwas Zeit, bis ihre neue Gestalt richtig entfaltet, durchblutet und ausgehärtet ist und auch ihre Färbung ist noch sehr blass.