Die Grüne Mosaikjungfer (Aeshna viridis) ist eine in Deutschland stark gefährdete Libellenart. Sie hat sehr spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum, denn sie benötigt zum Aufwachsen dichte Teppiche der Wasserpflanze Krebsschere (Stratiotes aloides) in den Gewässern. Die Krebsschere ist eine Wasserpflanze mit rosettenförmigem Wuchs, welche bis zu 40 cm lange Blätter ausbildet. Während im Sommer die Blätter der Pflanze teilweise aus dem Wasser herausragen, taucht die Art im Herbst unter und sinkt auf den Gewässerboden. Dort überdauert sie den Winter, bis sie im nächsten Frühjahr wieder Richtung Wasseroberfläche treibt. Die Krebsschere erzeugt somit eine einzigartige Lebensraumstruktur. Doch Gewässer mit Krebsscherenbestand werden immer seltener.
Die Ursachen für den Rückgang der Krebsschere sind vielfältig. Ein wichtiger Faktor sind durch Eutrophierung verursachte Veränderungen der Konkurrenzverhältnisse, die beispielsweise das Wachstum dichter Wasserlinsendecken fördern. Außerdem bedingt die Eutrophierung stark zunehmende Verlandungsprozesse. Ein weiterer Grund für das Verschwinden ist die direkte mechanische Entnahme, z.B. aufgrund von Gewässerunterhaltungsmaßnahmen oder aus Gründen der Freizeitnutzung. Ebenfalls problematisch sind die zunehmenden Wasserstandsschwankungen in den Gewässern, bedingt durch extremere Witterungsphasen und -ereignisse in Folge des Klimawandels. Auf stoffliche Belastungen reagiert die Krebsschere mitunter empfindlich. Regional spielen Verluste durch Fraß von Neozoen, wie von Nutria (Myocastor coypus) oder Bisamratte (Ondatra zibethicus) eine wichtige Rolle. An den Gewässern selbst kann sich auch starke Beschattung durch angrenzende Gehölze negativ auf die Krebsschere auswirken.
Wir wollen diese empfindliche Libellenart in unserem Betreuungsgebiet schützen und fördern. So haben wir im Jahr 2025 gezielt nach der Krebsschere, sowie der Grünen Mosaikjungfer in Gewässern in unserem Betreuungsgebiet gesucht und auch Altdaten für mehr Anhaltspunkte wo die Arten vorkommen könnten gesammelt. Durch einen Vergleich mit diesen vorhandenen Altdaten konnte festgestellt werden, dass eine ganze Reihe ehemals mit Krebsschere besiedelter Gewässer aktuell keine Krebsscherenbestände mehr besitzen. Die Grüne Mosaikjungfer konnten wir zumindest in drei vereinzelten Gebieten noch finden.
In Zukunft wollen wir daher die Krebsscherenvorkommen in unserem Betreuungsgebiet durch verschiedene Maßnahmen verbessern, um so die einzelnen Teilpopulationen der Grünen Mosaikjungfer wieder besser miteinander zu verknüpfen und die Ausbreitung dieser seltenen und spezialisierten Libellenart zu fördern.