Die Ohre bildet über weite Strecken die Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und ist Teil des Grünen Bandes. Als natürliches, kiesgeprägtes Fließgewässer mit teilweise erhaltenem mäandrierendem Verlauf besitzt sie ein hohes ökologisches Potenzial, ist jedoch vielerorts begradigt und strukturell stark verändert.
Eine besondere Rolle spielt die Rückkehr des Bibers an der Ohre: Durch seine Aktivitäten wurden in den vergangenen Jahren wertvolle Entwicklungen angestoßen, etwa die Wiedervernässung der Aue, die Aktivierung alter Gewässerläufe und die Entstehung strukturreicher Lebensräume. Diese natürlichen Prozesse unterstützen die Ziele von Gewässerentwicklung, Biodiversitätsförderung und Klimaschutz, stehen jedoch teilweise im Konflikt mit der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere auf niedersächsischer Seite.
Um Nutzungskonflikte zu entschärfen und gleichzeitig die positiven Effekte der Bibertätigkeit gezielt zu nutzen, sollen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die ökologischen und wasserwirtschaftlichen Chancen, potentielle Konflikte sowie die hydrologischen Auswirkungen von Bibertätigkeit und Entwicklungsmaßnahmen ermittelt und bewertet werden.
Das Vorhaben wurde bei länderübergreifenden Vorort-Besprechungen mit allen beteiligten Institutionen abgestimmt, und Fördermittel beim Land Niedersachsen beantragt.